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WCF & DOK On Demand

Wer kennt es nicht, man sieht einen großartigen Film bei einem Festival und dann sieht man ihn nie wieder. Weder im Kino noch in den Tiefen des World Wide Web. Eigentlich sollten Streamingdienste wie Pilze aus dem Boden schießen. Sollte man meinen aber leider ist dem nicht so. Wie groß der Bedarf ist zeigt nicht zuletzt der im letzten Jahr mit Spannung erwartete Start von Netflix in Deutschland. Doch was beim Mainstream langsam in die Gänge kommt steckt im Programmkino und bei Dokumentarfilmen noch in den Kinderschuhen.

s-062_1Doch es wird besser! Schon seit einiger Zeit gibt es das Angebot der DOC Alliance, einem Zusammenschluss verschiedener Filmfestivals. Unter dem Portal dafilms.com lassen sich über 700 Filme streamen darunter auch Björk, Biophilia live, ein Film der 2014 beim DOK Leipzig zu sehen war.

Neu dazugekommen ist die Plattform des World Cinema Fund. Dieser betreibt in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung des Bundes und dem Goetheinstitut Filmförderung dort wo es kaum oder wenig institutionalisierte Filmförderung gibt. Aus der Arbeit ist eine Video-On-Demand Plattform entstanden, auf der vom WCF geförderte Filme gezeigt werden, die bereits erfolgreich auf Fimlfestivals gezeigt wurden. Im Moment findet man nur eine handvoll Filme. Die Einnahmen kommen den jeweiligen Rechteinhabern zugute, die damit vielleicht weitere Projekte starten können. Für Cineasten halten beide Dienste viele Stunden Abwechslung und Zerstreuung bereit. Findet Fernsehen unter Tage!

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Victoria

Wer ihn noch nicht gesehen hatte sollte sich Victoria nicht entgehen lassen. Der diesjährige deutsche Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale erzählt die Geschichte der jungen Spanierin Victoria, die kurz vor ihrem Heimweg auf Sonne, Boxer, Fuß und Blinker trifft. Die vier Jungs feiern Blinkers Geburtstag. Was als harmlose Begegnung beginnt wird zusehends dramatischer, bis man sich als Kinozuschauer kaum noch traut, über den Vordersitz zu sehen. Das besondere am Film ist die technische Herangehensweise. Es gibt keinen Schnitt, er wurde in einer einzigen Aufnahme gedreht. Dafür erhielt der Kameramann Sturla Brandth Grøvlen einen Silbernen Bären. Die wundervoll eingängliche und atmosphärische Musik steuerte Nils Frahm bei. Fernsehen unter Tage!

Frankie von Darren Thornton [12m09sec/2007]

Geboren wurde Darren Thornton am 25. Januar 1976 in Irland. Er studierte Film in Dublin und gründete 1994, zwei Jahre vor Studienabschluss, die Calipo Theatre and Picture Company, die auch seine eigenen Filme produziert. Dazu gehört unter anderem die sechsteilige TV-Serie „Love Is The Drug“. Darüber hinaus hat Thornton „Sharp Focus“ ins Leben gerufen, ein Kurzfilmprojekt für junge Filmemacher.

Mit Frankie gewann er 2008 den Preis des besten Kurzfilms auf der Berlinale. Fernsehen unter Tage!