Monat: März 2012

Robots of Brixton von Kibwe Tawares [05m35sec/2011]

Robots of Brixton setzt ein fernes Brixton mit dem des Jahres 1981 gleich. Damals kam es in dem Londoner Stadtteil zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Bewohnern des Viertels (Link). Wie 1981 ist auch das Brixton der Zukunft von der „Unterschicht“bewohnt, seien es nun Roboter oder Menschen. Beide verrichten Arbeiten, die niemand anderes mehr machen will oder sehen sich einer zunehmenden Marginalisierung durch Arbeitslosigkeit und Vorurteile gegenüber.

Kibwe Tawares hat den Animationsfilm als Abschlussprojekt seines Architekturstudiums erstellt. Er selbst sagt zu seinen Beweggründen, diesen Film zu machen : It was born from me exploring my relationship with race, class and architecture. I am from the area and I see the Brixton riots of 1981 indirectly a key driver into me going to uni and becoming an architect. So I wanted to retell the story with a Sci-fi twist without the associated ‘baggage’ of being a young black Londoner. Fernsehen unter Tage!

Where Have I Been All Your Life von Jim Field Smith [20m14sec/2007]

Kennt ihr dieses Gefühl, ihr starrt auf den Bildschirm obwohl ihr nicht hinsehen wollt, und denkt nur „Oh Scheiße!“  Genau so könnte man sich fühlen, in diesem kleinen Wohnzimmer, das ja keine Lounge sondern ein Sitting Room ist, als Liam zur alles entscheidenden Aussage kommt. Aber seht selbst.

Jim Field Smith ist ein britischer Produzent, Regisseur und Drehbuchautor in einem. Zusammen mit George Kay gründete er 2001 Idiotlamp Productions, seine eigene Produktionsfirma, in der „Where Have I Been All Your Life“ (2007) und „Goodbye To The Normals“ (2006) erschien. Fernsehen unter Tage!

The Yellow Smiley Face von Constantin Popescu [14m37sec/2008]

Stellt euch vor ihr habt keine Ahnung von Computern, ihr kennt die Dinger nicht, wisst nicht wie man mit ihnen arbeitet, selbst ein Doppelklick birgt ungeahnte Gefahren. In „The Yellow Smiley Face“ werden Mia und Florin Popescu genau mit diesen Unwägbarkeiten konfrontiert. Beide über 50 und beide ein wenig eingeschüchtert von einer Technologie, die die Welt um sie herum verändert hat, wollen sie mit ihrem Sohn Alex in Verbindung treten, der zur gleichen Zeit in den USA lebt.

Um seinen Eltern auf die Sprünge zu helfen, hat ihnen Alex einen Brief mit genauen Instruktionen gesendet. Aber wie genau müssen diese sein, damit jemand der noch nie einen Computer bedient hat, diesen auch versteht? Seht selbst!

Der Kurzfilm lief auf zahlreichen Festivals: u.a. auf dem Locarno Interntional Film Festival 2008, Warsaw International Film Festival 2008, Transilvania International Film Festival 2008. Beim Belgrade Film Festival 2009 gewann er den Preis für den besten Kurzfilm und in Triest 2009 den zweiten Platz im Publikumswettbewerb. Fernsehen unter Tage!

Fernsehen unter Tage empfiehlt: Live Stummfilmvertonung im UT Connewitz

Um euch allen ein wenig die lange, kalte Wartezeit auf das nächste Mal Fernsehen unter Tage zu versüßen, hier ein kleiner Ausgehtipp. Leipzig hat das seltene Glück eines der ältesten Kinos in seinen Häuserreihen zu finden und noch Menschen, die Willens genug waren, dem guten Stück wieder auf die Beine zu helfen. So kann das Unions Theater Connewitz (UT) in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Und als 5. jährige Hosenscheißer feiert Fernsehen unter Tage natürlich mit. Gediegen als Zuschauer und weich gepolstert auf einem Kinosessel gebettet glotzen wir in die Röhre.

Ein besonderes Schmankerl erwartet die geneigten Cineasten am 24.03. ab 21.00 Uhr. DJ Ddread vertont live  Den Fuhrmann des Todes, ein schwedischer Stummfilmklassiker aus dem Jahr 1921. Herr Dread hat bereits mehrfach für Fernsehen unter Tage die Scheiben gedreht, u.a. mit Menschen am Sonntag und Sumurun. Insofern legen wir einfach leichtfertig unsere Hände ins Feuer und garantieren einen feinen Abend. Fernsehen unter Tage!

Bitch von Dom Bridges [4m01sec/2007]

Mag sein, dass der Handlung eine gewisse Vorhersehbarkeit innewohnt, Bitch bleibt eine Perle. Das es sich beim Plot um eine „urban legend“ handelt, die oft erzählt und über die genauso oft gelacht wurde, tut der Sache keinen Abbruch.

Entstanden ist Bitch an einem Nachmittag im Supermarkt. Um die Produktionskosten so niedrig wie möglich zu halten, entschloss sich Dom Bridges den Supermarkt während der Dreharbeiten offen zu lassen. Einziges Problem: die Kunden wollten stets an der Kasse bezahlen, die für den Dreh genutzt wurde.

Inzwischen gewann Bitch einen Preis beim Sundance Filmfestival und wurde für den Virgin Media Short Wettbewerb gelistet.

Mehr Kurzfilme von Dom Bridges könnt ihr auf seinem Blog finden. Fernsehen unter Tage!